Grün Bauen – Bauwerksbegrünung

Hier geht es um Fassadenbegrünung, Dachbegrünung und Innenraumbegrünung

Definition:

          Bauwerksbegrünung (umgangssprachlich auch „Hausbegrünung“) ist Bauen und Einrichten unter Einbeziehung lebendiger Pflanzen wobei diese nicht nur der Gestaltung dienen, sondern zahlreiche Funktionen von Bauwerken verbessern und ergänzen.

Dachbegrünung, extensiv, intensiv, Dachgärten

Dachbegrünung;
extensive und
intensive
(Dachgärten)

Fassadenbegrünung - Bauwerksbegrünung an Wänden -Wandbegrünung, vertikale Gärte, living walls

Fassadenbegrünung
– klassisch mit
Kletterpflanzen
oder als
bepflanzte Wände
vertikale Gärten

Innenraumbegrünung, Luftverbesserung, Luftfeuchte, Schall, Akustik

Innenraumbegrünung
teilweise unter
Einsatz von Mitteln
der Dach- und/oder
Fassadebegrünung

Dachbegrünung Solarstrom vom Grasdach, Pflege Dach und begrünte Fassade

Detail
Fassaden- und Dachbegrünung- falsche Konzepte oder
Pflegedefizite?

Allgemeines über Bauwerksbegrünung

Arten der Bauwerksbegrünung

Zur Begrünung von Bauwerken bedient man sich der Dachbegrünung, der Fassadenbegrünung und der Innenraumbegrünung. Speziell die äußeren Formen der Bauwerksbegrünung wirken in erheblichem Maße sozial und ökologisch über das einzelne Objekt hinaus.

Historische Aspekte der Bauwerksbegrünung und deren Bedeutung

Die historische Entwicklung der Bauwerksbegrünung lässt sich nur regional und sachgebietsbezogen betrachten. Natürlich gibt es viele historische Beispiele für den Einsatz von Grün an und in Bauwerken aber diese sind i.d.R. nur bedingt mit den heutigen Anwendungen vergleichbar.

In Europa stellen z.B. skandinavische Grasdächer oder überwachsene Weinkeller in Österreich und Ungarn bekannte Beispiele für historische Dachbegrünungen dar. Die Entwicklung aktueller Gründachsysteme fußt teilweise auf Erfahrungen, die ab etwa 1975 mit daran angelehnten, sogenannten „Grasdächern“ erworben wurden. Grasdächer gelten jedoch in der Praxis inzwischen als in jeder Hinsicht überholt.

Fassadenbegrünung dürfte, da sie ggf. auch ohne menschliches Zutun zustande kommt, eine sehr lange Tradition haben – bevorzugt, wenn sie eine Schutzwirkung oder einen anderen offensichtlichen Nutzen entwickelte. (Z.B. Efeu als Wetterschutz, vielleicht sogar schon als gewollter Schutz und Tarnung von Höhleneingängen, später auch Nutzung ertragreicher ausdauernder Kletterpflanzen z.B. Weinreben.)
Mit der der Entwicklung von Gärten wurde die Verwendung von Kletterpflanzen schon frühzeitig zu einem Aspekt der Gartenkunst. So werden wohl in Europa Rosen, Geißblatt und Clematis auch an Bauwerken kultiviert worden sein, seit hier Gärten nicht ausschließlich zur Nahrungsmittelerzeugung angelegt wurden.
In Afrika und Asien finden sich Hinweise auf Kultivierung von Kletterpflanzen seit weit mehr als 1000 Jahren, z.B. in Ägypten Weinreben (ca. 3500 Jahre), in China Schisandra und Actinidia (um 2000 Jahre) sowie in Japan Wisteria floribunda (mindestens 1500 Jahre).
In Mitteleuropa gab es seit dem Mittelalter diverse Entwicklungen, die Fassadenbegrünung (zeitweise) populärer machten – u.a. das wachsende Angebot attraktiver Kletterpflanzen durch Einfuhren aus anderen Kontinenten, Geistesströmungen (z.B. Romantik) mit Wirkung auf die Gartenkunst (Landschaftsarchitektur) und Architektur (z.B. Gartenstadtbewegung}, aber auch Autarkiebestrebungen in Krisenzeiten.

Für beachtenswerte Innenraumbegrünungen (mehr als übliche „Blumentöpfe“) können die Ausgestaltung von Orangeriebauwerken, „Palmenhäuser“ und anderer Präsentationsbauten für Pflanzen als Vorläufer angeführt werden.

Der umfassende Begriff „Bauwerksbegrünung“ und entsprechende aktuelle Verfahren entwickelten sich in Deutschland jedoch erst im letzten Viertel des vergangenen Jahrhunderts. Heute ist Bauwerksbegrünung ein anerkanntes Mittel zur Aufwertung sowohl einzelner Gebäude als auch von Baugebieten. Sie gilt als bedeutsamer Baustein für das ökologische Bauen mit sehr hoher stadtklimatischer Relevanz.
Seit etwa 1975 werden gezielt Techniken und Verfahren entwickelt, die steigenden Anforderungen hinsichtlich Funktionen und Qualitäten der Bauwerksbegrünung (Hausbegrünung/Gebäudebegrünung) gerecht werden.

Extensive Dachbegrünung Tonnendach, gewölbtes Hallendach und Fassadenbegrünung vor verglaster Fassade

Fassadenbegrünung und extensive Dachbegrünung
– konsequente Nutzung der Mittel zur äußeren Bauwerksbegrünung.

Vorschriften, bzw. Vorgaben zur äußeren Bauwerksbegrünung mittels Dach- und Fassadenbegrünung sind inzwischen Bestandteil zahlreicher fortschrittlicher Bebauungspläne, u.a. für innerstädtische Sanierungsgebiete oder neue Gewerbegebiete und Gewerbeparks. Vielerorts gibt es kommunale Förderprogramme für die Gebäudebegrünung von außen, die teils im ganzen Stadgebiet, teils nur für beschränkte Bereiche gelten. Innenraumbegrünung fällt dagegen weder in die Zuständigkeit irgendeiner Planungsbehörde, noch können dafür allgemeine (öffentliche) Förderprogramme geschaffen werden.

Im Prinzip ideal: Fassaden- und Dachbegrünung kombiniert mit Nutzung von Solarenergie.
Praktisch: Die gewählte Ausführung erfordert mehr Plfege als hier geleistet wird.

Zum Nutzen der Bauwerksbegrünung

Bauwerksbegrünung ist ein unverzichtbarer und sehr ausbaufähiger Aspekt des urbanen Grüns, der weder an Platzmangel noch an Folgekosten scheitern muss. Die Begrünung von Bauwerken kann deren Funktion verbessern, den ästhetischen Wert (sowohl bei Solitären, als auch als Ensembles) steigern und umweltschädliche Wirkungen des Bauens (u.a. Versiegelung) mindern. Durch Begrünung erfahren Bauwerke sowohl eine kalkulierbare Wertsteigerung als auch höhere Wertschätzung. Von letzterer profitieren vor allem die Nutzer (ggf. Mieter) eines Gebäudes durch Imagegewinn.

Besonders bedeutsam:

Außenseitige Begrünungen entsprechen nicht nur einem menschlichen Bedürfnis nach Grün im Umfeld, sondern wirken lokal positiv auf das Mikroklima (vor allem Temperatur, Luftfeuchte) und können – einen gewissen Begrünungsgrad vorausgesetzt – sogar Stadtklimate messbar verbessern

Beitrag von Bauwerksbegrünung und öffentlichem Grün zur Verbesserung von Stadtklima und Luftqualität

Beitrag von Bauwerksbegrünung und öffentlichem Grün zur Verbesserung von Stadtklima und Luftqualität